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HKM Bundeschampionate: Goldmedaille für Leonie Richters Dos Amigos OLD – Gelungene Premiere für siebenjährige Pferde

Warendorf (fn-press). Die HKM-Bundeschampionate haben Zuwachs bekommen: Erstmals wurde auch bei den siebenjährigen Dressurpferden der Titel „Bundeschampion“ vergeben. Die historische Goldmedaille sicherte sich der Oldenburger Dos Amigos OLD v. Dimaggio -Sir Donnerhall I), den seine Besitzerin Leonie Richter vorstellte.

37 siebenjährige Pferde fanden sich zur Premiere auf dem Warendorfer Dressurviereck ein. Sie hatten sich über Erfolge in M** und S* oder als Finalisten des letztjährigen Bundeschampionats der Sechsjährigen ihr Ticket gesichert. Zwar war es den Reiterinnen und Reitern freigestellt, ihre Pferde auf Trense oder Kandare zu zäumen, letztlich entschieden sich aber alle für die Kandare. An die Bewertung mussten sich die Zuschauer erst gewöhnen, denn diese Dressurpferdeprüfung der Klasse S* unterscheidet sich etwas von denen auf L- und M-Niveau. Zwar werden wie bei jeder Dressurpferdeprüfung die Grundgangarten, die Durchlässigkeit und die Perspektive/Gesamteindruck mit einzelnen Wertnoten beurteilt, aber hinzu kommt bei den Siebenjährigen eine Techniknote. Ein Richter beurteilt nur die korrekte Ausführung der Lektionen in Prozent, wie bei Dressurprüfungen. Die Wertnoten werden dann mit der Techniknote zu einer Gesamtnote in Prozent zusammengefasst. Dieses Verfahren wird auch bei der Weltmeisterschaft der siebenjährigen Pferde angewandt.

Die erste Goldmedaille in dieser Altersklasse gewann der Oldenburger Dos Amigos OLD. Es war ein Sieg mit Ansage, denn der braune Dimaggio-Sohn aus einer Sir Donnerhall-Mutter hatte auch schon die Qualifikation fürs Finale mit nicht unerheblichem Vorsprung gewonnen (81,047 Prozent). Im Finale geriet Richter Dr. Dietrich Plewa, der die Prüfung fürs Publikum kommentierte, regelrecht aus dem Häuschen. Den Applaus des Publikums erwiderte er mit den Worten: „Ich kann ihre Begeisterung verstehen!“ Und fügte, nachdem er alle Stärken des Pferdes im Trab und Galopp beschrieben hatte, hinzu: „Ein Dressurpferd, wie man es sich wünscht.“ Die Bewertung im Finale: 80,948.

Leonie Richter kennt ihren Sportpartner seit vier Jahren. Dreijährig hatte sie ihn bei seinem Züchterin Constanze Fürste gekauft und in aller Ruhe ausgebildet. In diesem Jahr bewährte er sich schon in Qualifikationen fürs Finale des Nürnberger Burg-Pokals. Die 26-Jährige, die bei Helgstrand Dressage in der deutschen Dependance als Bereiterin arbeitet, sagte: „Es ist geplant, dass ich ihn weiterreite.“ Auf die Frage, ob ihr Arbeitgeber Andreas Helgstrand schon eine Kaufangebot auf den Tisch gelegt habe, sagte sie lachend. „Nein noch nicht. Man wird sehen.“

Die Silbermedaille gewann der Hannoveraner Famous K FRH, den Stefanie Wittmann souverän präsentierte. Der Finest-Londonderry-Sohn aus der Zucht von Martina Knetsch und im Besitz von Lilly Marie Collin punktete, wie Plewa es formuliert, „weil er die Aufgaben im Trab selbstverständlich, geradezu lässig bewältigte.“ Im Galopp hätte sich die Richtergruppe ein klein wenig mehr Power und Risikobereitschaft gewünscht. Insgesamt sammelte der Vize-Champion 79,871 Prozent.

Bronze und obendrein Platz vier sicherte sich der Spanier Borja Carrascosa, der in Coesfeld/Westfalen zu Hause ist. In die Medaillenränge schaffte er es mit dem Hannoveraner Fun4ever (v. Feedback-De Vito) aus der Zucht von Gerd Pigge (Besitzergemeinschaft Möhlmann). 78,846 Prozent lautet das Jury-Urteil. Mit dem schwungvollen und kadenzierten Frizzantino (v. Finest-Quaterback) aus der Zucht von Hermann Ulbrich belegte er Platz vier (78,615 Prozent)

Bei den Richtern kam die Championatspremiere der siebenjährigen Dressurpferde gut an. Henning Lehrmann sagte: „Die Premiere ist gut gelungen und wurde mit 37 Pferden auch gut angenommen.“ Kollegin Elke Ebert sprach von einem „richtig guten Niveau“. Es müsse allerdings überlegt werden, ob man denjenigen Reiterinnen und Reitern, die ihr Pferd nicht fürs Finale qualifizieren konnten, eine Trostprüfung anbieten sollte.

Dr. Dietrich Plewa, der nicht richtete, sondern kommentierte, ergänzte: „Alle Finalisten haben sich für höhere Prüfungen empfohlen. Sie zeigten Talent und Versammlungsbereitschaft. Die Entwicklung geht in die richtige Richtung. Ich habe kein Pferd mit einer schlechten Pirouette gesehen.“ Etwas schade ist die unglückliche Terminlage, denn nur ein paar Tage nach den HKM Bundeschampionaten beginnt die Weltmeisterschaft der jungen Dressurpferde im niederländischen Ermelo. Und dafür nominierten Pferde hätte man sicher gerne auch in Warendorf gesehen. FN/hen

Informationen, Starterlisten und alle Ergebnisse unter www.hkm-bundeschampionate.de

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