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Alice Layher kürt sich zur ersten U21-Europameisterin – Oceane Schattleitner holt Bronze / Plätze vier bis sechs für die deutschen Herren

Kaposvár/HUN  (fn-press). Die ersten Entscheidungen in Kaposvár sind gefallen: Alice Layher ist Europameisterin der Kategorie U21. Beim Debüt dieses Championats setzte sich die 20-Jährige aus Brackenheim mit Lambic Van Strokappeleken und Longenführerin Andrea Blatz gegen die hochkarätige Konkurrenz durch und schrieb damit ein Stück Voltigiergeschichte. Dabei hatte Deutschland gleich doppelten Grund zum Jubel: Oceane Schattleitner aus Reichertshofen holte Bronze.

Doppelter Medaillen-Erfolg für die schwarz-rot-goldenen U21-Damen. Zur allerersten Auflage dieses Championats in der Geschichte des Voltigiersports konnten die Vertreterinnen des Bundesadlers gleich zwei Medaillen einfahren. Für den goldenen Triumph sorgte dabei Alice Layher. Die 20-jährige Baden-Württembergerin unterstrich am abschließenden Wettkampftag ihre eindrucksvolle Verfassung mit einem souveränen Kür-Sieg. Die Athletin vom RC Güglingen, die mit Platz zwei in der Pflicht bereits aussichtsreich in das kontinentale Championat gestartet war, knüpfte damit nahtlos an ihren gestrigen Sieg im Technikprogramm an. Für ihre einminütige Darbietung auf dem Rücken des elfjährigen Belgischen Warmbluts Lambic Van Strokappeleken erhielt sie herausragende 8,745 Zähler. Damit kam die Zweitplatzierte des diesjährigen Preis der Besten auf insgesamt 8,515 Punkte und somit den souveränen Sieg mit über drei Zehntel Punkten Vorsprung. Einen großen Anteil am Erfolg hatte auch Trainerin und Longenführerin Andrea Blatz. Die Meistertrainerin triumphierte dabei an altbekannter Stelle: 2018 hatte sie mit dem Juniorteam Nordheim EM-Gold gewonnen.

Für eine kleine Überraschung sorgte Oceane Schattleitner. Die Bayerin war erst nachträglich ins deutsche Aufgebot nachgerückt, nachdem die eigentlich qualifizierte Diana Harwardt aus Bernau ihren Start zurückziehen musste, weil sie in der kommenden Woche bei der WM in Herning im Pas-de-Deux an den Start geht und entsprechend des internationalen Reglements nicht bei beiden Championaten antreten darf. Schattleitner nutzte ihre Chance am Ende eindrucksvoll. Die 20-Jährige aus Reichertshofen war mit Platz fünf in der Pflicht in das Turnier gestartet. Es folgte Platz vier im Technikprogramm. Am Finaltag packte die Athletin vom RVC Gilching auf dem Rücken des 14-jährigen Holsteiner Wallachs Amontillado – longiert von Julia Handel – dann die viertbeste Kür aus. Das reichte in der Summe zu 8,028 Punkten – und somit zu Bronze. Lediglich die Österreicherin Hannah Miriam Haigermoser rangierte mit 8,171 Punkten vor der Deutschen. Knapp geschlagen geben musste sich hingegen mit 8,021 Zählern hauchdünn die im Vorfeld als Mitfavoriten gehandelte Wienerin Verena Brabec. Auf Platz fünf folgte die Schweizerin Michelle Brugger (7,795).

Ebenfalls als Mitfavoritin an den Start gegangen war Mona Pavetic. Die Junioren Vize-Weltmeisterin aus dem Vorjahr begann das Young-Vaulters-Championat furios mit einem Triumph in der Pflicht. Im Technikprogramm kam die 19-jährige Neusserin vom VV Köln-Dünnwald dann jedoch nicht in die gewohnte Harmonie mit ihrem 12-jährigen Rheinländer-Wallach Formel 1 D.C., longiert von Alexandra Knauf und fiel auf Platz acht zurück. Mit der abschließenden Kür konnte sich Pavetic mit einer Tageswertung von 7,969 Punkten wieder nach vorne kämpfen und landete schließlich auf Rang sechs (7,709).

Bundestrainer Kai Vorberg zeigte sich sehr zufrieden: „Es war die Premiere in dieser Altersklasse auf einem Championat. Dafür haben sich unsere jungen Damen und Herren hervorragend geschlagen. Wir sind am Ende mit den zwei Medaillen bei den Damen sehr zufrieden.“

Keine Medaillen gab es beim Debüt der U21-EM für die deutschen Herren. Den goldenen Sieg sicherte sich der Franzose Ruben Delaunay. Der 20-Jährige voltigierte mit Orlof de Condé und Longenführer Yannick Kersulec zu gesamt 8,179 Punkten. Der Vertreter der Tricolore war in der Pflicht nur auf Platz vier in den Wettkampf gestartet. Doch schon mit dem gestrigen Sieg im Technikprogramm schob sich Delaunay auf Platz zwei vor. Mit der abschließenden Kür dominierte der Franzose mit einer Wertung von 8,644 Punkten deutlich und verdrängte den bis dato Führenden Österreicher Philipp Clement auf den Silberrang. Der 20-jährige Niederösterreicher vom Team Wildegg beendete das Championat mit 8,051 Zählern, gefolgt von seinem Landsmann Fabian Lipp. Der 19-Jährige stand im Endklassement bei 7,711 Zählern.

Auf den weiteren drei Podestplätzen folgten die Vertreter der schwarz-rot-goldenen Flagge. Mit einer totalen Wertung von 7,674 Punkten verpasste Philipp Goroncy das Podest am Ende nur knapp. Dabei hatte der 19-Jährige aus Drensteinfurt mit seinem 17-jährigen Hannoveraner-Wallach Hendrikx und Longenführerin Antje Döhnert lange Zeit auf Medaillenkurs gelegen. Mit Platz drei war das westfälische Trio zunächst in das U21-Championat gestartet. Es folgte ein vierter Platz im Technikprogramm, womit der Athlet vom RV Wehdem-Oppendorf noch auf Bronze-Kurs lag. Doch am Ende seiner Kür unterlief dem Vize-Juniorenweltmeister von 2021 ein abzugsträchtiger Sturz, was den Deutschen schlussendlich um die entscheidenden Punkte zurückwarf.
Über Platz fünf freute sich Jonathan Geib aus Zweibrücken für den Landesverband Rheinland-Pfalz. Der 19-Jährige von der VRG Südwestpfalz verbuchte am Ende starke 7,608 Punkte. Der 19-Jährige war mit seiner 13-jährigen Stute Moebel Martin´s Instore Girl und Longenführerin Melissa Habibovic bereits mit Platz fünf in der Pflicht in den Wettkampf gestartet. nach dem dritten Platz im Technikprogramm folgte zum Abschluss die fünftbeste Kür. Platz sechs belegte Philipp Göppner aus Bayern vom Voltigierverein Eichstätt. Der 20-Jährige aus Wettstetten voltigierte mit dem 18-jährigen bayrischen Wallach Donnerbalken und Longenführerin Tanja Evers zu final 7,07 Zählern.

Bundestrainer Kai Vorberg: „Bei den Herren lief nicht alles rund – trotzdem können auch diese drei junge Voltigierer erhobenen Hauptes diese erste Europameisterschaft verlassen. Wir haben gesehen, dass die Einführung dieser Altersklasse methodisch sehr sinnvoll ist. Das haben mir auch viele Nationaltrainer anderer Nationen bestätigt. Auch zeigt die Nationenvielfalt, dass wir insgesamt damit auf dem richtigen Weg sind.“

Zum Auftakt des Wettkampftages waren die U18-Juniorinnen in den Wettkampfzirkel eingelaufen. Ihre Führung weiter ausbauen konnte die Niederösterreicherin Anna Weidenauer vom Union Reitclub Wildegg. Die 17-jährige Junioren-Weltmeisterin aus Wien erhielt für ihre Kür die Tagesbestwertung von 8,617 Punkten. Damit konnte die Vertreterin der rot-weiß-roten Flagge ihren Vorsprung aus der Pflicht weiter ausbauen und rangiert mit 8,326 Punkten an der Spitze des Feldes. Dahinter liegt Lily Warren aus Oldenburg. Die 17-Jährige vom Landesverband Weser-Ems zeigte auf dem Rücken ihres 17-jährigen Holsteiner-Wallachs Capitano – longiert von Sven Henze – die zweitbeste Kür (8,456) mit ihrem Thema „Cell Block Tango“. Damit verbucht die Pas-de-Deux-Weltmeisterin aus dem Vorjahr eine Zwischenwertung von 8,066 Punkten und konnte sich im Vergleich zur Pflicht einen Platz nach vorne arbeiten. Gleich fünf Plätze nach vorne ging es für Paula Waskowiak aus Kirchlengern/Westfalen. Die Preis-der-Besten-Siegerin beeindruckte mit ihrer Kür-Darbietung auf dem elfjährigen Hannoveraner-Wallach Djaibolo, longiert von Tabea Struck und erhielt 8,174 Zähler. Damit liegt die 18-Jährige vom VV Volmerdingsen in der Totalen bei 7,886 Punkten und somit auf Bronze-Kurs. Die 16-jährige Frances Nandy Moldenhauer (Rengerslage/Sachsen-Anhalt) folgt nach ihrer „Tina-Turner-Kür“ mit Morpheus und Marion Schulze auf Rang fünf (7,763).

Bei den U18-Herren konnte Bela Lehnen vom VV Köln-Dünnwald seine Führung aus der Pflicht verteidigen. Mit dem zwölfjährigen rheinländischen Wallach Formel 1 D.C. und Longenführerin Alexandra Knauf kassierte der 17-Jährige aus Moers 8,163 Punkte, was zu 8,073 Zählern im Gesamtranking führte. Mit 7,945 Punkten dicht dahinter folgt Paul Ruttkovsky aus Österreich, der mit 8,36 Punkten die beste Tageswertung in der Kür erhielt. Einen riesigen Sprung nach vorne machen konnte Arne Heers aus Dörverden mit Cleiner Onkel T und Longenführer Sven Henze. Der 16-jährige Athlet von der Reit- und Fahrschule Oldenburg, der nach der Pflicht auf Platz sieben gelegen hatte, zeigte die zweitbeste Kür des Tages und wurde vom Richtergremium mit 8,295 Punkten belohnt. Damit schob sich der Pas-de-Deux-Weltmeister aus dem Vorjahr mit 7,736 Punkten auf den Bronze-Rang vor.

Der abschließende Finaltag am Sonntag eingeläutet mit der Entscheidung im Pas-de-Deux ab 9 Uhr. Ab 10.45 Uhr ermitteln dann die Junior-Gruppen ihren diesjährigen Europameister, wobei das Team Oldenburg aussichtsreich auf Goldkurs rangiert. Ab 13 Uhr fällt die Entscheidung bei den U18-Herren. Zum Abschluss dieser EM werden dann die Medaillen bei den U18-Damen vergeben (ab 14:30 Uhr). FN/Daniel Kaiser 

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