Nationen-Preis

Springen: Deutsches Team glücklos im Nationenpreis von Vejer – Platz 14 in großem Starterfeld

Vejer de la Frontera/ESP (fn-press). Während in Deutschland bereits die Hallensaison in vollem Gange ist, wird im Süden Europas noch unter freiem Himmel geritten. Im Rahmen der Sunshine-Tour im spanischen Vejer de la Frontera stand in dieser Woche auch ein Nationenpreis auf Drei-Sterne-Niveau im Programm. 20 Nationen nutzten die Chance, um vor allem jüngeren Pferden, Reitern und Reiterinnen die Möglichkeit zu geben, Erfahrungen auf diesem Niveau zu sammeln. Darunter auch ein deutsches Team, angeführt von Equipechef Ralf Runge (Montabaur). Letztlich belegte seine Mannschaft Platz 14, war aber um einige Lektionen reicher. Es siegte das Team aus Großbritannien.

„Es ist wichtig, dass wir hier reiten können und auch den jüngeren Reitern die Chance geben können, im Nationenpreis zu starten. Unsere beiden Debütantinnen Pia Reich und Nicola Pohl haben einen tollen Job gemacht und viel gelernt“, berichtete Ralf Runge und ergänzte: „Vor allem Pia Reich kann ich hervorheben. Sie war sehr konzentriert und fokussiert und hat wirklich top geritten. Leider hatte sie einen frühen Fehler und bekam am Ende noch einen Zeitstrafpunkt.“ Die 28-jährige Pia Reich (Bad Bellingen) und die 25-jährige Nicola Pohl (Marburg) ritten erstmals einen Nationenpreis für Deutschland. Sie wurden flankiert von zwei erfahrenen Reitern: David Will (33, Marburg) und Jens Baackmann (36, Münster).

David Will, Vize-Europameister mit der Mannschaft, machte den Auftakt. Er startete mit dem neunjährigen Westfalen-Wallach Babalou HD (von Balous Bellini – Newscastle), den er bereits seit Anfang 2019 unter dem Sattel hat und mit dem er im September den Zwei-Sterne-Grand-Prix in Opglabbeek/BEL gewann. In Vejer kamen die beiden im ersten Umlauf nach einem Abwurf etwas zu langsam mit fünf Strafpunkten aus dem Parcours.

An Startposition zwei setzte Runge Nicola Pohl mit dem Oldenburger Springpferd Exelero, ein 13-jähriger Hengst von Chacco-Blue – Baloubet du Rouet. Auch dieses Paar kennt sich bereits gut und war in diesem Jahr schon auf Vier-Sterne-Niveau unterwegs. In Vejer lief es für die beiden nach einem guten, konzentrierten Beginn jedoch nicht nach Plan. Ein Stopp am Einsprung der dreifachen Kombination unterbrach den Rhythmus, doch Pohl brachte die Runde noch gut ins Ziel. „Leider ist bei Nicola eine Linie schief gegangen, dann kamen noch Zeitfehler dazu, sodass es am Ende elf Strafpunkte wurden. Das war wirklich schade“, berichtete Runge.

Pia Reich trat mit PB Chaconie, einer elfjährigen OS-Stute von Chacco-Blue – Kannan, an und lieferte eine starke Runde ab, wenngleich ein Abwurf und ein Zeitstrafpunkt auf ihr Konto gingen. Das Lob des Equipechefs hatte sie sich trotzdem verdient. Genauso wie Schlussreiter Jens Baackmann, dem mit der elfjährigen Holsteinerin Caprice (von Canstakko – Contender) ein Fehler am Wasser unterlief – ein Tritt auf die Begrenzung des Wassergrabens und schon standen weitere vier Strafpunkte für Deutschland auf der Anzeigetafel.

„Am Ende waren 14 Strafpunkte ein paar Punkte zu viel, mit zehn hätten wir vielleicht noch den zweiten Umlauf erreicht. Natürlich wäre es schön gewesen, weiter vorne zu stehen. Aber hier ging es in erster Linie darum, Erfahrungen zu sammeln“, lautete Runges Fazit. Das Team aus Großbritannien siegte mit nur zwei Strafpunkten vor Brasilien (4) sowie der Schweiz und Schweden, die sich mit jeweils neun Strafpunkten Platz drei teilten.   jbc