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Die Pferdewelt trauert um Manfred Starke

Wulkenzin (Franz Wego/ Hippothek). Uns erreichte die traurige Nachricht, dass Manfred Starke aus Wulkenzin nach kurzer schwerer Krankheit am 8. September im Alter von 84 Jahren gestorben ist. Der gelernte Diplomsportlehrer, langjähriger Ausbilder einer großen Zahl von Reitern, Landestrainer, Grand Prix-Dressur-Richter, Pferdezüchter und viele Jahre Mitglied in zahlreichen Organisationen des Pferdesports, hat seine Handschrift in vielen Bereichen hinterlassen. 

Geboren ist Manfred Starke in Halle, wo er zunächst den Beruf des Tischlers erlernte. Die damalige Trainingsstätte Halle-Kreuz vor der Haustür, war Auslöser dafür, dass sein Interesse an Pferden erwachte. Hier trainierte und erlernte er die Reiterei in all ihren Facetten und war reiterlich erfolgreich, bis hin zu Bezirksmeistertiteln. Neben dem vielfachen DDR-Dressurmeister Wolfgang Müller und dem Springreiter Helmut Hartmann gehörte auch Manfred Starke zur späteren Sportkompanie der damaligen Volksarmee in Halle. 

Von 1960 bis 1965 studierte Manfred Starke an der Deutschen Hochschule für Körperkultur und Sport (DHFK) in Leipzig und schloss das Studium als diplomierter Sportlehrer und Trainer ab. 1965 war er Mitorganisator der Fünfkampfweltmeisterschaft in Leipzig und trainierte neben DDR-Reitern auch ausländische Mannschaften. Zu seinen guten Freunden aus damaliger Zeit gehörte auch Wolf-Dietmar Stopfkuchen, ebenfalls in der Fünfkampfszene tätig.

Nachdem die Fünfkampfgruppe 1969 aufgelöst wurde, erreichte ihn 1970 ein Ruf aus Holzendorf bei Prenzlau, wo man unter Wilhelm Schröter begann, neben der bereits florierenden Pferdezucht eine Sportgruppe aufzubauen. In Holzendorf begann Manfred Starke auch seine Richterlaufbahn, in der er sich bis zum Grand Prix Richter weiterqualifizierte. Außerdem wurde er zum gefragten Prüfer in der Amateur- und Berufsreiterausbildung, sowie bei Hengstleistungsprüfungen. 

Von Holzendorf führte ihn der Weg nach Jürgenstorf bei Malchin. Das Projekt, eine Jugendmannschaft an der dortigen Berufsschule mit Abitur aufzubauen, scheiterte jedoch bald aus staatlichen Gründen. Für Manfred Starke ging es dann weiter in Richtung Ostsee. In der LPG Satow, einem „Betrieb mit anerkannter Pferdezucht“, fand er ein neues Betätigungsfeld. Die Pferdezucht stand dort auf hohem Niveau. Zahlreiche Reiter hat er dort bis zur Klasse S in Dressur und Springen gefördert. Auch als Turnierorganisator machte er sich einen Namen. In Satow gab es unter seiner Mitwirkung Bezirksmeisterschaften und Qualifikationen zur DDR-Meisterschaft.

 Seine kurzzeitigen Überlegungen, sich nach Auflösung der LPG Satow nach 1990 selbstständig und auf privater Basis weiterzumachen, schlug er aus. „Wirtschaftlich wäre das ein sehr fragliches Unterfangen gewesen“, so seine damalige Erkenntnis. Der Landes-Pferdesportverband in Mecklenburg-Vorpommern brauchte nach ersten Anfängen einen Trainer, um die Jugendarbeit zu forcieren. Diese Tätigkeit wurde Manfred Starke angetragen und er füllte sie mit Engagement und Leidenschaft aus. Nach Eintritt in den Ruhestand auch noch eine Zeit lang als Honorartrainer für die Ponyreiter. Selbst Züchter von Ponys, hat der Ponysport im Land ihm viel zu verdanken.

Für seine Verdienste erhielt er zahlreiche Auszeichnungen. Der Landesverband Mecklenburg-Vorpommern für Reiten, Fahren und Voltigieren ehrte ihn mit seiner höchsten Auszeichnung, der Ehrennadel in Gold.