Screenshot Sicherer Gelände Reiten

FN-Lehrfilmreihe: Sicherer Geländereiten – Teil 3

Warendorf (fn-press). Der leichte Sitz funktioniert, die passende Ausrüstung ist vorhanden – nun kann es losgehen mit dem Geländereiten. Doch bevor die ersten Sprünge anvisiert werden, muss der Reiter in jeder Lage sicher auf sein Pferd einwirken können. Worauf es dabei ankommt, verrät der dritte Teil der neuen FN-Ausbildungsreihe „Sicherer Geländereiten“, die mit Unterstützung der Stiftung Deutscher Spitzenpferdesport entstanden ist.

Im Gelände wird grundsätzlich mit kurzen Bügeln und im leichten Sitz geritten. Beim Springen von Geländehindernissen unterscheidet man zwischen vier Sitzpositionen:

  • dem „Rennsitz“, der im Galopp zwischen den Sprüngen auf der Geraden eingenommen wird,
  • dem Vorbereitungssitz, bei dem sich der Reiter mit dem Oberkörper etwas aufrichtet, um das Pferd auf die neue Aufgabe aufmerksam zu machen,
  • dem Kontaktsitz beim Anreiten des Hindernisses, bei dem das Gesäß des Reiters in leichtem Kontakt zum Sattel bleibt und dem Reiter die Möglichkeit gibt, die letzten Sprünge vor dem Absprung noch zu verlängern oder zu verkürzen,
  • dem Landesitz, in dem sich der Reiter mit dem Oberkörper aufrichtet, ohne dabei an den Zügeln zu ziehen, und sein Gewicht in den Steigbügeln abfedert.

Für sicheres Geländereiten gilt generell, dass der Reiter stets in der Lage sein sollte, das Tempo zu bestimmen. Er sollte sein Pferd immer „vor sich“ haben. Das Pferd darf nicht zu schnell werden, sollte aber von sich aus vorwärts galoppieren. „Ich darf nie das Gefühl haben, jeden Galoppsprung herausreiten zu müssen. Im Grunde soll das Pferd so lange von sich aus in dem Tempo galoppieren, das ich ihm vorgebe, bis ich ihm sage: ‚Jetzt ändert sich was‘“, sagt Junioren-Bundestrainerin Krajewski und empfiehlt, das beim Ausreiten einfach einmal zu üben.

Der Reiter ist aber nicht nur für das Tempo, sondern auch für die Linienführung verantwortlich, insbesondere bei der Vorbereitung auf einen Sprung. Grundsätzlich gilt für das Springen im Gelände die Regel „vom Leichten zum Schweren“. So sollten Geländeanfänger kleine Hindernisse erst aus dem Trab und später dann aus dem Galopp anreiten. „Wenn ich das alles gut sortiert habe und im guten gleichmäßigen Tempo an den Sprung herankomme, dann muss das Pferd am Ende den Sprung alleine machen. Da gebe ich die Verantwortung dann sozusagen an das Pferd ab“, erklärt Krajewski die Aufgabenverteilung zwischen Reiter und Pferd.

Beim Anreiten eines Hindernisses kommt es dann darauf an, dorthin zu schauen, wohin man reiten möchte. „Am besten ist es, mir einen Punkt in der Ferne zu suchen, um den Kopf oben zu lassen und nicht Gefahr zu laufen, nach unten zu schauen“, rät Krajewski. Der Reiter sollte sich vor jeder Aufgabe die Frage stellen, wie sein Pferd damit umgeht, wie es reagieren könnte und was es möglicherweise falsch einschätzen könnte. „Daran passe ich dann meinen Sitz an und stelle meine Hilfengebung darauf ein“, so die Bundestrainerin.

Der Film ist dadurch besonders lehrreich, dass er nicht nur ideale Szenen darstellt, sondern auch immer wiederkehrende Fehlerquellen aufzeigt. Ein typischer Fehler ist das zu kurze Zügelmaß. Dadurch wird das Pferd vor allem in der Landung beim Ausbalancieren gehindert und zieht den Reiter nach vorne. Gleiches gilt auch für das übertriebene Nach-vorne-Neigen des Oberkörpers über dem Sprung, wodurch das Pferd auf der Vorhand landet und dadurch die Balance verlieren kann. Wichtig ist, über dem Sprung mit dem eigenen Körperschwerpunkt nah am Pferd zu bleiben. Dazu beugt der Reiter die Hüfte, bringt den Oberkörper nach unten und das Gesäß nach hinten. Die Unterschenkel bleiben am Gurt, die Zehe vor dem Knie.  

Die FN-Lehrfilmreihe „Sicherer Gelände reiten“ wurde ermöglicht durch die Stiftung Deutscher Spitzenpferdesport im Rahmen ihres Projekts „Mit Sicherheit besser reiten“.  Lina Otto/Hb

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