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„Man muss daran glauben, aber auch etwas dafür tun“ – Interview: Jochen Kienbaum über seine Ziele mit der Stiftung Deutscher Spitzenpferdesport

Warendorf (fn-press). Jochen Kienbaum ist im Rahmen des Stifterforums für weitere vier Jahre als Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutscher Spitzenpferdesport gewählt worden. Er hat sich mit der Stiftung auch in seiner zweiten Amtszeit viel vorgenommen. Im Interview schaut er auf seine kommenden Aufgaben.

Herr, Kienbaum, herzlichen Glückwunsch zur Wahl! Was treibt Sie an, eine weitere Wahlperiode den Vorstandsvorsitz der Stiftung Deutscher Spitzenpferdesport zu übernehmen?
Jochen Kienbaum: Wir haben in den vergangenen vier Jahren im Team viel erreicht. Wir haben eine gute Strategie erarbeitet, die meisten Zahlen und Ziele erreicht, ganz wichtige Projekte für die Zukunft und die Nachwuchsarbeit kreiert und das treibt mich an, es noch besser zu machen und weiter nach vorne zu bringen. Es macht mir auch Spaß, weil ich schon zuvor in der Jugendarbeit im Handball gearbeitet und die Handballakademie beim VfL Gummersbach gegründet habe. Heute sieht man, dass daraus eine Bundesliga-Mannschaft entsteht. Solche Entwicklungen treiben mich an. Man muss daran glauben, aber man muss auch etwas dafür tun.

Wie hat sich die Stiftung aus Ihrer Sicht entwickelt?
Kienbaum: Die Stiftung ist 2013 gegründet worden. Wir sind mit kleineren Projekten und Aktionen gestartet, dann kam Deutschlands U25 Springpokal gemeinsam mit der Familie Müter als erstes großes Projekt. 2015 sind mit unserem Medienprojekt und der Sicherheit in der Vielseitigkeit zwei weitere Leuchttürme hinzugekommen. 2016 kam der Talentpool, 2017 die DOKR-Trainerakademie. Wir haben unser Portfolio immer erweitert und haben mit unseren Leuchttürmen große Projekte, die viele Altersklassen und Bereiche des Spitzensports abdecken.

Worauf sind Sie besonders stolz?
Kienbaum: Auf unsere großartigen Veranstaltungen. Und auf unsere Förderer, die davon überzeugt sind, was wir gemeinsam erreichen wollen. Das merkt man immer wieder im Gespräch. Gerade zu Zeiten der Pandemie ist es natürlich schwieriger, neue Mitglieder für das Stifterforum zu gewinnen, da die Bereitschaft etwas zurückgegangen ist. Aber wir haben eine sehr gute Basis, auf die wir weiter aufbauen können.

An welchen Moment erinnern Sie sich in vier Jahren Vorstandsarbeit besonders?
Kienbaum: Wir sind bei den Weltreiterspielen in Tryon in eine Lücke in der Berichterstattung gesprungen. Es hätte ohne uns keine kostenlose Möglichkeit gegeben, die Weltreiterspiele zu verfolgen. Wir haben mit unserem WM-Studio dafür gesorgt, dass alle Pferdesportdisziplinen für die Fans zuhause kostenlos zugänglich waren. Das hat für viel Zuspruch und Wertschätzung aus allen Disziplinen gesorgt und war eine tolle Aktion, weil wir uns als Stiftung so disziplinübergreifend einsetzen konnten.

Welche Aufgaben stehen jetzt für Sie an?
Kienbaum: Zunächst die Bestandsaufnahme mit dem neuen Vorstand. Prof. Dr. Dietrich Baumgart ist neu im Vorstand, ebenso wie Tanja Traupe, die das Amt der stellvertretenden Vorsitzenden übernehmen wird. Es gilt, gemeinsam unsere Strategie weiterzuentwickeln und nach vorne zu treiben und Aufgaben zu verteilen, so dass jeder seine Rolle findet und eine gute Dynamik entsteht.
Außerdem möchten wir gern das Thema Pferdebesitzer weiter aufgreifen, die Umfragen und Studienergebnisse hierzu nutzen und unser Projekt weiter entwickeln. Dieses Thema liegt mir besonders am Herzen.

Wo sehen Sie die Stiftung in der mittelfristigen Zukunft?
Kienbaum: Unsere Projekte sind gut. Es gilt natürlich, ihre Finanzierung abzusichern. Aber wir dürfen uns aus meiner Sicht trauen, hier noch größer zu denken und noch mutiger zu sein. Es gilt, neue Wege zu finden und zu gehen. Ich denke dabei auch an das Thema Erbschaften. Es besteht die Möglichkeit, uns als Stiftung in seinem Testament oder Nachlass zu bedenken – das wissen die wenigsten, ist aber für uns als Stiftung sehr wichtig. Wir haben bereits einige Zusagen, dass wir bedacht wurden. Das bedeutet uns viel und wir würden diesen Bereich gern weiter ausbauen.

Zur Person:
Jochen Kienbaum ist Unternehmensberater und ehemaliger Vorsitzender der Geschäftsführung der Kienbaum Consultants International GmbH. Der 74-Jährige lebt mit seiner Familie in Köln. Seine Tochter Florine ist erfolgreiche Dressurreiterin, sie wurde mehrfach Nachwuchs-Europameisterin der Ponyreiter, Junioren und Jungen Reiter, gewann Einzelsilber bei der U25-EM 2016 in Hagen und hat ihm die Begeisterung für den Spitzenpferdesport nähergebracht. Er ist begeisterter Handballer und hat die Handballakademie beim VfL Gummersbach gegründet. 2020 wurde er für seine Unterstützung eines Vereins zur Beratung von Mädchen, Jungen und Frauen, die Opfer von Gewalt geworden sind, mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet. Er ist Gründungsmitglied der Stiftung Deutscher Spitzenpferdesport und wurde 2017 zum ersten Mal als Vorstandsvorsitzender gewählt. Mehr Infos hier. 

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